Waffenmuseum Zum Seitenanfang 
 

 

Kurz nach Gründung des Königreichs Württemberg verlegte König Friedrich im Jahr 1811 die Königliche Gewehrfabrik von Christophstal nach Oberndorf a.N. Das Augustinerkloster stand seit der Säkularisation leer. Hier wurde die neue Waffenfabrik eingerichtet. Aus ihr gingen als hochbegabte Techniker die Brüder Wilhelm und Paul Mauser hervor, die 1872 ihr eigenes Unternehmen gründeten und bald den Königlichen Betrieb übernahmen. Schon nach wenigen Jahren setzten ihre zukunftsweisenden Entwicklungen Standards für die Waffentechnik weltweit. Mit Mauser-Gewehren wurden die deutschen und viele Armeen weltweit ausgerüstet.

Nach dem Höhenflug des Unternehmens bis Anfang des 20. Jahrhunderts folgte dessen Absturz nach dem Ersten Weltkrieg durch das Verbot der Kriegswaffenproduktion. Die Umstellung auf andere Produkte – u.a. Automobile – war nur begrenzt erfolgreich.

Neuen Aufschwung für den Betrieb brachte ab 1935 die Wiederaufrüstung im Dritten Reich. Nach 1945 wurden große Teile der Mauser-Werke demontiert. In der Nachkriegszeit etablierten sich Heckler & Koch und Feinwerkbau als neue Konstruktionsbüros. Im Zuge des Aufbaus der Bundeswehr übernahmen HK und Mauser Aufgaben in der Entwicklung und Herstellung automatischer Waffen. Die Firma Feinwerkbau Westinger & Altenburger GmbH konzentrierte sich auf den Sportwaffenbau und erlangte darin eine führende Position auf dem Weltmarkt.

Heckler & Koch GmbH setzt die Tradition in der Entwicklung zukunftsweisender wehrtechnischer Standards fort und rüstet zahlreiche Armeen in der NATO und Polizeien in der EU mit automatischen Handfeuerwaffen aus. Rheinmetall Waffe Munition GmbH, Niederlassung Mauser Oberndorf hat sich auf die Entwicklung und Produktion von Waffen und Waffensystemen im Mittelkaliberbereich spezialisiert.

Ausschließlich aus Oberndorfer Fabriken stammen die Geräte, die Sie im städtischen Waffenmuseum im Schwedenbau sehen. Die Namen ihrer Hersteller haben Weltgeltung: Mauser, jetzt Rheinmetall Waffe Munition – Heckler & Koch – Feinwerkbau.

Seit 1872, seit Bestehen des deutschen Nationalstaates wurden deutsche Soldaten standardmäßig mit Gewehren aus Oberndorf ausgerüstet: die Armeen des Kaiserreichs mit dem Gewehr M 71/84, der Karabiner K98k von Mauser für die Wehrmacht, die Bundeswehr mit den automatischen Gewehren G 3 und G 36 von Heckler & Koch. Und auch die Polizei in vielen Bundesländern ist mit Pistolen aus dem Hause HK ausgestattet.

Waffen aus Oberndorf sind weltweit begehrt: Nicht nur im Bereich der Wehr- und Sicherheitstechnik, auch bei Jägern und Sportschützen werden die Gewehre und Pistolen geschätzt, die internationale Standards gesetzt haben.

Die Präsentation im Waffenmuseum ermöglicht es Ihnen, am Beispiel der Oberndorfer Produkte die Technikgeschichte der Infanteriewaffen im Allgemeinen und ihre Entwicklung seit zwei Jahrhunderten zu erleben: vom Steinschlossgewehr mit Feuersteinzündung bis zur vollautomatischen Multifunktionswaffe mit elektronischer Visierung, von der Pürschbüchse bis zum Hochleistungssportgewehr.

Klosterstraße 14
78727 Oberndorf a. N.
Tel. 07423 / 77-1175
Öffnungszeiten
Di., Mi., Fr. 14 – 17 Uhr
Sa., So. 11 – 17 Uhr
Gruppenführungen nach Vereinbarung

 
Zum Seitenanfang